Feinmotorik

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Hände am Cello

Ist von Feinmotorik die Rede, denken die Meisten an Tätigkeiten mit den Händen, die besondere Geschicklichkeit erfordern. Damit in Verbindung gebracht werden Schönschrift, künstlerisches Schaffen und dergleichen. Feinmotorik ist aber viel mehr als das.

Feinmotorik gestaltet sich in den Bereichen mit besonders hoher Nervendichte. In diesen Bereichen kommen auf eine motorische Nervenfaser (Motoneuron) nur wenige Muskelfasern. Deshalb ist hier Bewegung besonders fein steuerbar. Dies ist auch die Erklärung dafür, warum im Gehirn besonders genau bewegbare Bereiche wie Gesicht, Augen, Hände und Füße verhältnismäßig groß abgebildet sind. Die Organisation von Händen, Gesicht, Zunge, Augen etc. zeigt also wie effizient große Teile des Gehirns arbeiten.

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Diese können aber nur richtig funktionieren, wenn die großen Muskeln um die Körpermitte sie nicht daran hindern. Hier haben die Muskeln eine relativ geringe Nervendichte. Ein Motoneuron innerviert in diesem Fall also viele Muskelfasern. Ein kleines Signal aus dem Gehirn reicht aus, um eine große Reaktion hervorzurufen. Die Muskeln um die Körpermitte können mühelos große Kräfte aufbringen, die dann (möglichst über die Knochen) in die Peripherie übertragen werden können. Wenn das der eigenen Absicht entsprechend passiert, bleibt die Muskulatur in der Peripherie frei für die Feinabstimmung. Menschen die das können sind besonders kraftvoll und ausdauernd. Wer hätte gedacht, dass eine gut organisierte Feinmotorik und zielgerichtete Kraft so eng zusammenhängen? Besonders kraftvolle Menschen gehen nicht grob und undifferenziert vor, sondern sind fähig ihre Handlungen genau ihrer Absicht entsprechend anzupassen. 

Oft ist jedoch die Körpermitte in Dauerspannung fixiert. Dadurch muss die Muskulatur in der Peripherie unverhältnismäßig große Kräfte aufbringen, um Absichten umzusetzen. Meist sind Beschwerden die Folge. Häufig lassen sich dann Spannungen im Gesicht, den Augen, der Zunge usw. beobachten.

Um diese zu reduzieren müssen wir lernen, die Muskeln in der Mitte aus ihrer Fixierung zu befreien und funktionell einzusetzen. So werden die Muskeln in der Peripherie entlastet und können damit freier und somit feiner, sprich differenzierter arbeiten.

Feinmotorik kann dann als Ergebnis einer gesunden Hirnentwicklung entstehen.

 

Dies passt auch zu Wikipedias Definition von Feinmotorik: "Feinmotorik kennzeichnet Bewegungsabläufe in fortgeschrittenen oder ausgereiften Lernstadien."

Danke für die Bilder an: http://barnimages.com/ und https://www.pexels.com

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